Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ein Jahr zum Blaumachen

Farbe des Jahres: Beruhigend und verlässlich: Diese zwei Attribute werden der neuen Pantone-Farbe des Jahres 2020 zugeschrieben. Somit passt Classic Blue perfekt zu den Wünschen und Anforderungen an das neue Jahrzehnt.
Das blaue Sofa als Blickfang ist mehr als einfach ein Möbelstück. Es ist ein Statement und beweist Mut zur aussergewöhnlichen Farbwahl. Bild: Maison du Monde

Das blaue Sofa als Blickfang ist mehr als einfach ein Möbelstück. Es ist ein Statement und beweist Mut zur aussergewöhnlichen Farbwahl. Bild: Maison du Monde

Manche mögen das klassische Blau ausschliesslich mit Nostalgie und Tradition in Verbindung bringen, doch der Eindruck täuscht: Der Farbton dieses Jahres ist als Kapuzenpullover einer aktuellen Streetwear-Kollektion genauso ein Blickfang wie als Anstrich eines antiken Schrankes vom Antiquitätenhändler. Die Farbe ist unaufgeregt, genderneutral und ein sicherer Wert, darum findet sie auch überall grossen Anklang.

Bei der Wahl der Farbe des Jahres beobachtet das amerikanische Pantone Color Institute jeweils die Trends in Gesellschaft, Kultur, Reisen, Mode und Design. Laurie Pressman, Vizepräsidentin des Pantone Color Institute, begründet die Wahl von Classic Blue wie folgt: «Manchmal ist die global gewordene Welt in Aufruhr. Aus dieser Unsicherheit heraus haben wir Pantone 19-4052, Classic Blue, mit seiner Beständigkeit zur Farbe des Jahres für 2020 erkoren.» Vielleicht hat auch der Himmel in der Abenddämmerung die Chefin beeinflusst, denn Classic Blue erscheint oft, wenn der Tag noch nicht ganz zu Ende ist, sich aber noch keine Dunkelheit eingestellt hat. Mit Blick in den leicht dunstigen, blauen Himmel versteht man plötzlich, warum die Farbe Blau mit vielen positiven Gefühlen in Verbindung gebracht wird.

Ein Jahr zum Blaumachen Image 1

Das auffällige Sofa als Statement

Offensichtlich ist das schlichte, satte Blau aufgrund seiner Vielseitigkeit bei vielen Innenarchitekten beliebt. Besucht man die Ausstellungen der grossen Möbelanbieter, entdeckt man nämlich bereits das eine oder andere ungewöhnliche Sofa in Blau. Besonders schön sehen die auffallenden Prachtstücke aus, wenn sie für sich gestellt richtig dominant in einem Raum stehen. Im Trend sind geschmeidige Zweier- oder Dreier-Samtsofas in Classic Blue, die mit einem passenden Sessel oder mit Accessoires in warmen Pastellfarben ergänzt werden, wie etwa Kissen, Plaids oder Felle – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ein grosses Möbelstück in einer kräftigen Farbe ins Zentrum des Wohnraums zu stellen, braucht zugegeben etwas Mut und ist Statement der Bewohner gegen alles Konventionelle.

Anstrich in Blaugefällig?

Ein wenig Überwindung und Weitsicht braucht es auch für einen blauen Anstrich einer oder mehrerer Wände. Da Blau aber doch eher eine kräftige, dunkle Farbe ist, empfehlen viele bekannte Designer Classic Blue als Akzentanstrich in Arbeits- oder Wohnräumen. So wird eine einzige Wand in der Farbe des Jahres gestrichen, mit erstaunlichem Einfluss auf das Raumgefühl. Ob sogar das ganze Zimmer in Blau gestrichen werden kann, hängt jeweils vom Typ und der Grösse des Raumes ab: Experten raten, für Schlaf und Wohnräume nur eine Wand zu streichen. Bei einem Arbeitszimmer lohnt sich das Wagnis des Gesamtanstrichs. Auf jeden Fall gilt: Die blauen Wände vermitteln eine satte Geborgenheit.

Doch farbige Wände sind nicht jedermanns Sache, darum wählen viele eine dezentere Variante als Farbtupfer und streichen einen Schrank, eine Kommode oder Türe im aktuellen Blauton an. Eine Besonderheit ist sicher ein blauer Kühlschrank, als Gegenstück zum bekannten amerikanischen Kühler in Rot.

Überall himmlische Hingucker

Nicht nur bei Möbeln und Anstrichen hat sich die Trendfarbe Classic Blue durchgesetzt. Gerade dank ausgewählten Accessoires setzt es sich auffällig in Szene. Ein Teppich in satter, blauer Farbe kann einen offenen, grossen Raum zusammenhalten und so eine natürliche Einteilung und Struktur schaffen. Er macht sich in Kombination mit Holzböden und weissen Wänden besonders gut.Innenarchitekten bevorzugen strukturierte Teppiche, um dem Wohnraum eine dezente Farbspielerei zu verleihen. Wählt man jedoch nur einen einzigen Farbton in einem Raum, sollte man mit verschiedenen Strukturen und Materialien desselben Farbtons spielen, wie etwa Gestricktes, Gewobenes, Fellartiges sowie Glas oder Kunststoff.

Classic Blue setzt in einem Raum durch Kissen, Vasen, Plaids oder Küchenutensilien schöne Akzente und Kontraste. Besonders zu einem naturbraunen Ledersofa passen verschiedene Accessoires in Classic Blue perfekt.Auch im Schlafzimmer verschafft eine blaue Tagesdecke einen träumerischen Effekt. Doch es muss nicht der einzige und alleinige Farbtupfer sein, denn Blau passt sowieso auch zu vielen anderen Farben. So harmonieren blaue Essstühle oder Sofasessel bestens mit einem dunkelroten Bücherregal oder einer auffälligen, bunten Wandkunst (siehe Box). Es ist das stete Spiel der Farben und Formen, das einem Raum die persönliche Note verleiht – vielleicht auch mit einem speziellen Stück aus dem Antiquitäten- oder Secondhandladen. Monika Burri

Der Ursprung von Blau

Eine ganze Serie mit dem Namen «Blauer Akt» stellte Henry Matisse 1952 mit der Schere her. Diese Technik nannte der Künstler «mit der Schere zeichnen». Durch den Farbkontrast heben sich die Akte vom Papier ab und wirken wie Skulpturen. Bilder: germanposters.de
Eine ganze Serie mit dem Namen «Blauer Akt» stellte Henry Matisse 1952 mit der Schere her. Diese Technik nannte der Künstler «mit der Schere zeichnen». Durch den Farbkontrast heben sich die Akte vom Papier ab und wirken wie Skulpturen.
Bilder: germanposters.de
René Magrittes «Mann mit der Melone» (1964) besticht durch einen auffälligen Hintergrund. Magritte galt als wichtigster Vertreter des belgischen Surrealismus.
René Magrittes «Mann mit der Melone» (1964) besticht durch einen auffälligen Hintergrund. Magritte galt als wichtigster Vertreter des belgischen Surrealismus.







Schon im alten Ägypten wurde Blau für Malereien und Kunstwerke genutzt, doch erst im 6. Jahrhundert taucht Blau als mineralische Pigmentfarbe in Asien auf. Ab dem 14. Jahrhundert brachten italienische Händler das leuchtende Blau nach Europa. Das wertvolle Importgut wurde «Ultramarin» genannt und war so wertvoll wie Gold. Erst 1826 begann man, eine synthetische Version des Ultramarin zu entwickeln.
    

Heute kennen wir viele Kunstwerke, bei denen Blau als ruhige, beständige und weise Farbe eine zentrale Rolle spielt, wie etwa in den Werken von Henri Matisse, René Magritte oder Yves Klein. Darum eignen sich Kunstdrucke dieser Künstler für die Dekoration von Arztpraxen, Anwaltskanzleien und Empfangsräumen.

Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Glaubwürdigkeit und Beständigkeit: alles Eigenschaften, die in der schnelllebigen, von Stress geprägten Welt mit ihren vielen Herausforderungen vermehrt geschätzt werden. Darum passt die neue Farbe des Jahres 2020 Classic Blue perfekt in die Zeit und prägt die Mode wie auch den Einrichtungsbereich.