Anzeige

Mit Charme und Sockel

Auf verspielte Weise verbindet der Beistelltisch Bowler von Hay die Materialien Granit und Stahl. Und wirkt dabei fast lebendig.

Für den Beistelltisch von Bowler findet sich immer ein Plätzchen. Bild: connox

30.03.2022

Handlich, rund, praktisch. Das kann nicht nur der Klassiker von Eileen Gray, sondern auch der Beistelltisch Bowler, der mit seinem Design gleichzeitig eine Hommage an den Meister der 50er und 60er zu sein scheint. Und wie der Klassiker sieht auch dieser Beistelltisch bei all der Raffinesse noch gut aus. Unten hat sich allerdings einiges verändert: Der Sockel schrumpft auf einen kompakten Brocken Granit, der dem Bowler eine gewissene Lebendigkeit verleiht und für Stabilität sorgt. Aus ihm führt ein dünnes Stahlrohr, das sich durch die runde schwebende Tischplatte erstreckt und nach oben hin zu einem praktischen Griff biegt. Die Kombination der Materialien wirkt harmonisch und verspielt und lässt Raum für Interpretationen. Trotz steinernem Fuss ist der Tisch leicht genug, um ihn einfach transportieren zu können – zur Couch, zum Lesesessel, ans Bett oder auf den Balkon.

Haslimann Aufzüge AG

Entworfen hat den Tisch Shane Schneck, ein amerikanischer Designer aus Chicago, der mit viel Humor an Ideen geht und sich seit längerem in der Design- und Architekturwelt einen Namen gemacht hat. Nach seinem Architektur-Studium an der Miami Universität in Oxford, Ohio kam er 1999 nach Mailand, um bei einem Grossen der Architektur- und Designszene zu arbeiten: Piero Lissoni, der ihn in die taktisch geprägte Zusammenarbeit italienischer Marken einführte und ihm Entwürfe für Alessi, Boffi, Cappellini, Kartell und Flos überliess. Im Jahr 2010 gründete Shane Schneck das Studio Office for Design in Stockholm und verinnerlichte den modernen skandinavischen Stil. Seine Arbeit ist interdisziplinär, fordert immer wieder gängige Industriestandards heraus und schafft einfache, verspielte aber innovative Produkte – grosse und kleine. Von der Streichholzschachtel bis zum Sofa. Funktionalität steht dabei ganz oben: wie bei dem stapelbaren Stuhl Ru, der zusätzlich an der Tischkante aufgehängt werden kann, um so den Boden besser reinigen zu können. Eine Hommage an die Schule. Und auch ökologische Nachhaltigkeit ist dem Künstler wichtig, weshalb er 2019 mit dem Bernard arm-chair einen Designklassiker schuf, der mit seinem Rahmen aus massivem Holz und dem abnehmbaren Überzug aus Leder oder robuster Leinwand dafür gemacht ist, mindestens ein Leben lang zu bleiben. Für seinen Designansatz wurde Shane mit mehreren Awards ausgezeichnet. Dominique Simonnot