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Bundesbriefmuseum in Schwyz: Meilensteine der Schweizer Geschichte

Die moderne Schweiz entsteht 1848 nicht einfach aus dem Nichts, sondern hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine lange Geschichte hinter sich

Bundesbriefmuseum in Schwyz: Meilensteine der Schweizer Geschichte

Der Bundesbrief von 1291. Bild: PD

Sucht man nach den Wurzeln der Schweizer Geschichte, müsste man eigentlich im Bundesbriefmuseum schnell fündig werden. Immerhin liegt hier der Bundesbrief von 1291, der doch als Gründungsurkunde der Schweiz gilt. Doch wenn man sich im Museum mit diesem berühmten Dokument auseinandersetzt, merkt man schnell, dass das nicht der Fall ist: Mit keinem Wort ist darin von einer Gründung die Rede. Es handelt sich um ein Landfriedensbündnis, wie es sie damals viele gab, und der Bundesbrief ist auch nicht das älteste dieser Bündnisse. Doch woher kommt dann seine grosse Bedeutung?

Auf der Suche nach dem Gründungsjahr

Wenn die Schweiz also nicht 1291 gegründet wurde-wann dann? Vielleicht 1307? Auf dieses Jahr datierte der Glarner Chronist Ägidius Tschudi im 16. Jahrhundert nämlich den Rütlischwur - allerdings ohne dafür irgendeinen Beleg vorweisen zu können. Ist vielleicht 1351 ein passendes Gründungsjahr? Aus diesem Jahr stammt die Urkunde, in der das Wort «Eidgenossenschaft»> zum ersten Mal auftaucht. Doch im Bundesbriefmuseum erfährt man, dass damit keineswegs ein Staat im heutigen Sinn gemeint war, sondern einer von zahlreichen Personen verbänden dieser Zeit. Die im Bundesbriefmuseum gezeigten und erklärten Meilensteine der eidgenössischen Geschichte zeigen: Es ist gar nicht so einfach, einen Anfangspunkt zu finden. Stattdessen taucht man ein in eine faszinierende Geschichte voller unerwarteter Entwicklungen, Konflikte und Kompromisse und stellt am Schluss fest: Nicht einmal 1848 kann als eigentliches Gründungsjahr betrachtet werden.

Geschichte und Mythos

Zwar trat in diesem Jahr die moderne Bundesverfassung in Kraft, doch das allein macht noch keinen Staat. Dazu sind auch Zusammengehörigkeitsgefühl und nationale Identität nötig. Bei der Entwicklung dieses Gemeinschaftsgefühls half in der Schweiz die Vorstellung einer gemeinsamen, heldenhaften Geschichte. Wilhelm Tell, die Schlacht am Morgarten, der Rütlischwur und der Bundesbrief: All diese Geschichten waren dabei von grösster Bedeutung. Zwar liessen sie sich historisch nicht belegen, doch förderten sie das Gefühl von Zusammengehörigkeit und nationaler Identität. Im Bundesbriefmuseum erhält man nicht nur einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Schweiz, sondern auch in die Bedeutung, die Mythen für eine Nation haben.

Während des Sommers finden öffentliche Führungen zum 175-Jahr-Jubiläum der Bundesverfassung statt. Auf einem Rundgang durch die Ausstellung werden wichtige Etappen der eidgenössischen Geschichte erläutert und erklärt, welche Bedeutung der Bundesbrief von 1291 und der Rütlischwur für die Schweiz hatten – und was der 1. August damit zu tun hat. Die Führungen finden statt am 17. Juni, 8. Juli und 26. August, jeweils um 10.15 Uhr. PD

Verlosung

Wir verlosen diese Woche 2-mal zwei Eintritte ins Bundesbriefmuseum Schwyz.

Senden Sie eine Postkarte mit Ihrer Adresse bis nächsten Montag an: Luzerner Zeitung, Verlagsredaktion, Sommerausflug, Postfach, 6002 Luzern. Beispiel: Sommerausflug Peter Muster, Musterstrasse 2, 6002 Luzern; oder nehmen Sie kostenlos an der Verlosung teil: www.luzernerzeitung.ch/wettbewerbe

Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Gewinner von letzter Woche: Je zwei Rundfahrten-Tickets der Ägerisee Schifffahrt haben gewonnen: Alice Stadler, Emmenbrücke, und Agatha Curiger, Sempach.