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Gemeindeinfos: Möriken-Wildegg erhält eine neue Turnhalle

Gegenüber der Schulanlage Unteräsch entsteht eine Dreifachturnhalle. Aufgrund der Lage mit der Längsseite zur Straße entsteht durch den Neubau mit der gegenüberliegenden Schule eine Zufahrt zum Ort.

Gemeindeinfos: Möriken-Wildegg erhält eine neue Turnhalle

Visualisierung Aussenraum Vorplatz. Visualisierungen: zvg

Im Zuge der Schulraumerweiterung entsteht eine neue Dreifachturnhalle im Gebiet Unteräsch. Das Preisgericht schreibt in der Gesamtwürdigung des ersten Platzes, der nun realisiert wird, Folgendes: "Das Projekt besticht durch den architektonischen Ausdruck, die grosszügig generierten Aussenräume und eine gut funktionierende Innenraumdisposition. Es gelingt den Projektverfassenden, die Aufgabenstellung in hoher Qualität zu lösen. Der Vorschlag mit der ortsbaulich guten Anordnung des Gebäudevolumens und der sorgfältigen Ausgestaltung der Aussenräume verspricht eine gute Einordnung am Ortseingang von Möriken. Gesamthaft gesehen überzeugt das Projekt auf fast allen Bearbeitungsebenen. Das Projekt verspricht im Innern wie aussen sehr gute räumliche Qualitäten, weist einen hohen Nutzwert auf und stellt einen angenehmen Aufenthalt in Aussicht."

Der Neubau besticht durch die klare Setzung der Halle entlang der Dorfstrasse und die dadurch entstandene grosszügige Spielwiese auf der Südseite. Dank dem Flachdach entsteht eine kompakte Halle, die in der Höhenentwicklung harmonisch auf die bestehende Bebauung reagiert und die Traufhöhe der Nachbargebäude respektiert. Der sichtbare Teil der Halle wirkt wohlproportioniert und bildet mit dem bestehenden Schulhaus einen markanten Auftakt zu Möriken. Geometrie und Grösse der Halle werden durch die Nutzung bestimmt. Entscheidend, wie sich die Halle im Kontext mit der Landschaft, der bestehenden Schulanlage und dem Dorf darstellt, ist die Kubatur. Um das Volumen zu reduzieren, wird die Halle um ein Geschoss ins Erdreich versenkt. Neben dem Hallenvolumen bleibt einzig der Eingangsbereich, ein keilförmiger Gebäudeteil, sichtbar. Durch seine Gestaltung trägt er wesentlich zur Identität, zum Charakter des Neubaus bei und ermöglicht eine klare Adressbildung. 

Durch das Flachdach und die vergleichsweise geringe Höhe, die das Gebäude oberirdisch herausragt, bleibt der Blick vom Schloss Wildegg auf Möriken weitgehend unverändert. Aus der Eingangshalle des Neubaus wiederum eröffnet sich ein schöner Ausblick auf das Schloss. 

Architektur, die Licht in die Halle bringt

Die Anordnung mit dem grosszügigen Vorplatz, die mittels der Eingrabung resultierende geringe Gebäudehöhe und der keilförmige Vorbau prägen den Ausdruck der Halle, die Architektur. Der verglaste Vorbau bleibt prägendes Element des Entwurfs, wurde in der Weiterbearbeitung aber weiter geschärft und mit einem markant auskragenden Dach ausgebildet, unter dem in Richtung Wildegg und Möriken je ein Zugang in die Halle entsteht. Der Vorbau bietet mit seiner hohen Transparenz spannende Einblicke in die Halle, ebenso zur Erschliessungszone im Untergeschoss und vor allem durch die Halle in den rückwärtigen Aussenspielplatz und die Baumkulisse.

Visualisierung Innenraum Galerie.
Visualisierung Innenraum Galerie.

Die Turnhalle wird über einen Haupteingang an der Stirnseite und einen seitlichen Nebeneingang ab dem Vorplatz erschlossen. Die östlich angeordnete Rampe verbindet die Turnhallenebene mit dem Vorplatz und Anlieferungsbereich und ermöglicht den schwellenlosen Transport von Sportgeräten, wie beispielsweise der Rhönräder. Gäste und Publikum verteilen sich ab der Eingangshalle mit angegliedertem Kiosk auf die Zuschauertribüne oder über die Treppe im Lichthof ins Untergeschoss zu allen für den Sportbetrieb wichtigen Räumen. Im Erschliessungsbereich sind übersichtlich angeordnet alle Zugänge zur Halle, den Garderoben und WC-Anlagen. Die Technikräume für Elektro, Heizung und Sanitär befinden sich je am Ende der Erschliessungszone. An der gegenüberliegenden Hallenseite sind Geräte- und Materialräume untergebracht. 

Viel Glas, viel Holz und ein begrüntes Dach

Die Fassaden der Halle entwickeln sich aus der Konstruktion. Über dem Terrain erscheint die Halle als Holzbau. Neben der hinterlüfteten Holzschalung zeichnen die längsseitigen Verglasungen, die der Halle zu grosser Transparenz verhelfen, die Architektur. Den grössten Teil der Aussenhülle nimmt das Dach in Anspruch. Dieses soll als Teil der Umgebung begrünt werden. 

Durch die Eingrabung kommt das untere Geschoss auf dem tragfähigen Grund zu stehen. Der unter Terrain liegende Bereich wird als konventioneller Massivbau realisiert. Darüber entwickelt sich ein vorfabrizierter Holzelementbau mit einer Tragkonstruktion aus Brettschichtholzträgern. Die Materialisierung der Konstruktion wird auch in der Halle sichtbar gezeigt, unten Beton, oben Holz. Alle Leitungen und die fest eingebauten Sportgeräte bleiben sichtbar und somit jederzeit für Unterhaltsarbeiten zugänglich. Der Innenraum ist geprägt durch die verglasten Längsseiten – in der lichtdurchfluteten Halle entsteht so eine grossartige Atmosphäre. 

Barrierefreie Halle, barrierefreie Umgebung

Der Neubau wird grosszügig über eine erweiterte und abgeflachte Stufenanlage erschlossen, die einen barrierefreien Zugang gewährleistet. Im westlichen Bereich entsteht ein ebenerdiger Zugang, während im östlichen Teil des Geländes eine kleine Rampe eine bequeme Zufahrt von beiden Seiten ermöglicht. Ein geräumiger Vorplatz aus grossen, wertigen Betonplatten markiert den Eingangsbereich der Turnhalle und bietet Platz für verschiedene Aktivitäten. Zwischen dem Vorplatz und der Treppenanlage erstreckt sich ein langer Kiesplatz, der durch eine Baumreihe aus Zukunftsbäumen zu einem angenehm schattigen Aufenthaltsort wird. Zusätzliche Bäume in grossen Pflanztrögen auf den unterbauten Bereichen ergänzen das bestehende Baumpflanzensemble. Integrierte Sitzauflagen in den Trögen erweitern die Sitzmöglichkeiten und laden zum Verweilen ein. Der optional bestuhlte Aussenbereich des Kiosks befindet sich westlich der Zufahrtsrampe unter den Baumkronen und bietet einen gemütlichen Ort zum Entspannen. Entlang der Westfassade werden überdachte Veloabstellplätze platziert. Parallel zum Gebäude verläuft die bestehende Wegverbindung, welche die Turnhalle mit den weiteren Schulen verbindet. Durch eine leichte Verbreiterung wird diese Verbindung gestärkt und verbessert die Zugänglichkeit für alle Nutzer. Hinter der Turnhalle erstreckt sich eine Spielwiese für Freizeitaktivitäten, die von einem Krautsaum zur Förderung der Biodiversität umgeben ist. Ein dezenter Spiel- und Lehrpfad ermöglicht es Besuchern, diesen Vegetationssaum zu durchqueren, und dient gleichzeitig als Pufferzone zum angrenzenden Waldgebiet. (vred) 

Bauherrschaft:
Gemeinde Möriken-Wildegg

Projektleitung:
Erne AG Holzbau, Laufenburg

Mehrwerte des Projektes

• Klare Setzung des Neubaus entlang der Dorfstrasse
• Grosszügiges Rasenspielfeld Richtung Wald
• Kompakter, wohlproportionierter Baukörper reagiert harmonisch auf die bestehende Bebauung
• Attraktiver Vorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität
• Identitätsstiftender, keilförmiger, verglaster Eingangsbereich
• Zwei Halleneingänge für Personenströme aus unterschiedlichen Richtungen
• Eingangsbereich mit Zuschauertribüne
• Ökologische Holzbauweise